Was ist POM (Polyoxymethylen) Kunststoff?

Polyoxymethylen ist ein thermoplastischer Kunststoff, der vor allem zur Herstellung von Formteilen im Spritzguss Verwendung findet. Aufgrund seiner hervorragenden physikalischen und mechanischen Eigenschaften wird dieser Kunststoff gern zur Herstellung hochwertiger Präzisionsteile benutzt.Wie bei allen Polymeren werden auch Polyoxymethylenketten aus einzelnen chemischen Bausteinen zusammengefügt, deren Art und Abfolge über die physikalischen und mechanischen Eigenschaften des fertigen Kunststoffs entscheiden. Die beiden wichtigsten Vertreter sind Homopolymere und Copolymere.

Was ist POM Acetal Homopolymeren?

Bei der Synthese klassischer Polyoxymethylene wird lediglich ein einziger chemischer Baustein verwendet und für den fertigen Kunststoff beliebig oft aneinandergehängt. Hieraus resultiert ein hochwertiger Kunststoff mit besten mechanischen Eigenschaften, der wie die meisten Kunststoffe als elektrischer Isolator wirkt. Typische Bausteine zur Herstellung solcher Polymere sind Formaldehyd oder Trioxan.

Was ist POM Acetal Copolymer?

Grundlegend andere Kunststoffe erhält man, wenn man bei der Synthese einen zweiten, verschiedenen chemischen Baustein zugibt, der dann statistisch in die sich entwickelnde Molekülkette eingebaut wird. Die so entstehenden Kunststoffe sind unter dem Namen POM ESD erhältlich, wobei ESD für electrostatic discharge, also elektrostatische Entladung steht. Solche Kunststoffe können also elektrische Ladungen sicher ableiten und erhöhen so die Betriebssicherheit elektrischer Anlagen.

Eigenschaften von POM (Polyoxymethylen)

Polyoxymethylene sind über einen großen Temperaturbereich hinweg hart, steif und sehr fest. Wie alle Thermoplasten beginnen Polyoxymethylene jedoch zu schmelzen und werden weich. Unterhalb der maximalen Anwendungstemperatur von etwa 110 °C weisen Polyoxymethelene eine hohe Abriebfestigkeit, einen niedrigen Reibungskoeffizienten und eine hohe Wärmebeständigkeit auf. Polyoxymethylene nehmen nur wenig Wasser auf und lassen sich in nahezu allen Farben einfärben.

Welche Dichte weist POM (Polyoxymethylen) auf?

Alle Polyoxymethylene weisen ein spezifisches Gewicht von etwa 1,4 g/cm³ auf.

Ist POM (Polyoxymethylen) lebensmittelecht?

Polyoxymethylene sind nur bedingt als lebensmittelecht eingestuft. So dürfen sie nur mit einem Schmelzindex unter 50 g/10 min eingesetzt und lediglich mit bestimmten Katalysatoren hergestellt werden. Saure Stoffe mit einem pH-Wert unter 2,5 dürfen in Behälter aus Polyoxymethylenen nicht eingefüllt werden.

Ist POM (Polyoxymethylen) hitzebeständig?

Wie alle Kunststoffe lässt sich POM nur innerhalb eines bestimmten Temperaturbereichs verwenden. Die langfristige maximale Anwendungstemperatur liegt bei 100 bis 110 °C. Kurzzeitig können Polyoxymethylene auch Temperaturen von bis zu 150 °C ausgesetzt werden, ohne dass sie Schaden nehmen. Die Glasübergangstemperatur liegt bei -60 °C.

Wo liegt für POM (Polyoxymethylen) der Schmelzpunkt?

Je nach Art des zur Synthese verwendeten chemischen Bausteins liegt die Schmelztemperatur von Polyoxymethylenen zwischen 160 und 180 °C.

Welche Schwindung weist POM (Polyoxymethylen) auf?

Im Vergleich zu anderen Kunststoffen weisen Polyoxymethylene eine recht hohe Schwindung auf, die beim Guss von Präzisionsteilen unbedingt berücksichtigt werden muss. Die Verzugsgefahr der Werkstücke ist jedoch recht gering, da die Schwindung dieses Kunststoffs unabhängig von der Fließrichtung beim Guss ist.

Wie ist die chemische Beständigkeit von POM (Polyoxymethylen)?

Polyoxymethylene zeichnen sich durch eine hohe chemische Beständigkeit gegenüber organischen Lösungsmitteln wie Öl, Benzin, Diesel, aromatischen Verbindungen oder Alkohol aus. Gegenüber verdünnten Laugen besteht ebenfalls eine hohe Beständigkeit.Aufgrund ihrer Struktur sind Polyoxymethylene unbeständig gegenüber Säuren mit einem pH-Wert unter 4. Durch die hohe UV-Empfindlichkeit sind Polyoxymethylene zudem nur begrenzt witterungsbeständig.

Wie hoch ist bei POM (Polyoxymethylen) die Wasseraufnahme?

Polyoxymethylene weisen nur eine sehr geringe Wasseraufnahme auf.

Wie wird POM (Polyoxymethylen) hergestellt?

Wie alle Polymere werden auch Polyoxymethylene durch Verknüpfung einzelner chemischer Bausteine miteinander gebildet. Durch die Art dieser Bausteine lassen sich die Eigenschaften des fertigen Polymers sehr genau bestimmen. Ausgehend von der Art der verwendeten Einzelbausteine lassen sich zwei verschiedene Gruppen von Polyoxymethylenen unterscheiden.

Herstellung von POM Acetal Homopolymer

Bei der Synthese von POM Acetal Homopolymer kommt nur ein einziger chemischer Baustein zum Einsatz. In der Regel handelt es sich dabei um Formaldehyd, aber auch die Verwendung von Trioxan ist möglich. Je nach verwendetem Baustein wird das Polymer dann in anionischer oder kationischer Kettenpolymerisation hergestellt. Zur Stabilisierung werden die Enden der Molekülkette durch eine Veresterung geschützt.

Herstellung von POM Acetal Copolymer

Das elektrostatisch leitfähige POM Acetal Copolymer wird ebenfalls aus Trioxan hergestellt, dem aber Oxiran oder einige andere Stoffe in unterschiedlicher Menge beigegeben werden. Während der Reaktion lagern sich diese Beigaben statistisch in die Molekülkette ein und sorgen so für die gewünschten elektrostatischen Eigenschaften. Auch bei dieser Produktvariante werden die Molekülenden durch eine Veresterung geschützt.

Wofür wird POM (Polyoxymethylen) verwendet?

Aufgrund ihrer mechanischen und physikalischen Eigenschaften sind Polyoxymethylene besonders für die Herstellung von Präzisionswerkstücken im Spritzguss geeignet. Hierzu gehören unter anderem:

POM (Polyoxymethylen) für Zuschnitte und Platten

Zur Konstruktion eigener Frästeile ist Polyoxymethylen in Platten unterschiedlicher Stärke erhältlich. Aufgrund seiner Eigenschaften eignet sich der Kunststoff für nahezu alle spanenden Weiterverarbeitungstechniken.

POM (Polyoxymethylen) als Rundstab

Zur Konstruktion sind Rundstäbe aus Polyoxymethylen in unterschiedlichen Durchmessern erhältlich. Beachten Sie bitte die gewünschten elektrostatischen Eigenschaften der unterschiedlichen Polymere.

POM (Polyoxymethylen) als Hohlstab

Hohlstäbe bieten bei ähnlicher Stabilität ein geringeres Gewicht und sind deshalb für bestimmte Einsatzzwecke dem massiven Material vorzuziehen. Beachten Sie auch hier bitte die unterschiedlichen elektrostatischen Eigenschaften von Copolymerisat und Homopolymerisat.

POM (Polyoxymethylen) als Zahnräder

Große Härte und Festigkeit gepaart mit einer überragenden Abriebfestigkeit machen Polyoxymethylen zu einem Rohstoff der Wahl, wenn es um präzise gefertigte und langlebige Kunststoffzahnräder geht. Bei der Produktion der Zahnräder spielt die Schwindung des Kunststoffs eine entscheidende Rolle und muss unbedingt mit eingerechnet werden.

POM (Polyoxymethylen) als Rohre

POM Stangenmaterial kommt immer dann zum Einsatz, wenn leichte und stabile Konstruktionen in witterungsunkritischen Bereichen errichtet werden sollen. Hierzu sind Rohre in verschiedenen Durchmessern und Wandstärken erhältlich. Auf individuelle Fertigungswünsche gehen wir gern ein.

Wie kann man den Werkstoff POM (Polyoxymethylen) verarbeiten?

Polyoxymethylen lässt sich in vielen Punkten verarbeiten wie andere Thermoplasten auch. Für einige Verarbeitungstechniken gilt es jedoch, besondere Verfahrenshinweise zu beachten.

  • Unkritisch ist das Fräsen von Polyoxymethylen zu betrachten, da sich das Polymer sehr gut für alle spanenden Weiterverarbeitungen eignet. Statt spanender Weiterverarbeitung lässt sich Polyoxymethylen auch direkt mittels Spritzgussverfahren in die gewünschte Form bringen. Prototypen und Kleinserien lassen sich kostengünstig auch im 3D-Druck herstellen.
  • Ohne eine spezielle Vorbehandlung lässt sich Polyoxymethylen jedoch nicht verkleben. Hierzu ist eine spezielle Oberflächenbehandlung, das Beizen, unbedingt erforderlich. Bei der Auswahl passender Beizen sind wir Ihnen gern behilflich. POM Kleber ist ein spezieller Kleber auf der Basis von Epoxidharzen.
  • Aufgrund seiner Oberflächenbeschaffenheit lässt sich Polyoxymethylen nicht problemlos lackieren. Abhilfe schaffen hier die Verwendung eines geeigneten Kunststoffprimers oder die Vorbehandlung der Oberfläche durch Plasmaätzung.
  • Als typischer Thermoplast ist Polyoxymethylen für alle gängigen Schweißverfahren geeignet.

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